Wie viele sind wohl an dieses Hobby gekommen,
weil sie einen Bonsai geschenkt bekommen haben? Und wie viele haben sich leider
bald darauf wieder entmutigen lassen, als durch falsche Pflegemaßnahme das
erste Bäumchen wieder kaputt ging.
Zugegeben, es gibt verschiedene Arten die nicht einfach sind. Aber es steckt eben
schon ein bisschen mehr dahinter einen Bonsai zu pflegen. Ab und zu gießen
alleine reicht nicht aus. Deshalb steht am Beginn einer
"Bonsai-Karriere" nicht die spektakuläre Gestaltung, sondern das
Wissen um die richtige Pflege. Es gibt viele Komponenten zu beachten.
Selbstverständlich ist jede Art von Baum anders, jedoch einfache Regeln für Gießen,
Standort, Erde
und die Bekämpfung der Schädlinge sind
allgemein gültig.
So sollte z. B. das Gießwasser möglichst kalkarm sein; am besten hat sich da
Regenwasser bewährt. Selbstverständlich sollten die Bäume regelmäßig, im
Sommer bei großer Hitze sogar mind. zweimal täglich gegossen werden. Und
selbst bei starkem Regen kann das Gießen erforderlich sein. Die
"Schirmwirkung" des Blätterdaches ist nicht zu unterschätzen.
Damit u. a. das Gießwasser auch dort hingelangt wo es hin soll, nämlich zu den
Wurzeln, muss auch das Substrat gewissen Anforderungen genügen. Es muss
durchlässig und speichernd zugleich sein. Es soll genügend Luftzirkulation
bieten und nicht verdichten, gleichzeitig aber keine Hohlräume (Fäulnisherd!)
bilden. Deshalb ist z. B. handelsübliche Blumenerde, Seramis oder gar Substrat
für Hydrokulturen gänzlich ungeeignet. Dafür gibt es fertige Bonsaierde, die
insbesondere bei Zimmerbonsai gerne verwendet wird. Doch spätestens für
Freiland-Bonsai oder wenn Sie sich länger mit dem Hobby beschäftigen, werden
Sie beginnen die Erde selbst zu mischen. Wichtige Bestandteile sind dabei
Akadama (japanisches Lehmgranulat), Kies und/oder Bonsaierde (sog.
Fruhstorfer-Erde).
Der Standort ist natürlich stark von der Art abhängig. Der eine mag volle
Sonne, der andere lieber Halbschatten. Doch als Faustregel gilt: Pralle
Mittagsonne mögen Bonsai genauso wenig wie die hinterste Ecke des
Wohnzimmerschrankes (nur weil es dort so "dekorativ" aussieht). Ein
heller Standort, ggf. in süd-östlicher Richtung, um die Morgensonne zu nutzen
empfiehlt sich immer. Genauso sollte für einen luftigen, jedoch nicht windigen
Standort gesorgt werden. Gerade im Winter ist die Kraft des Windes, der einen
Baum innerhalb einer Woche austrocknen kann, nicht zu unterschätzen.
Das Thema Schädlingsbekämpfung ist wie die bisherigen Themen Gießen, Standort
und Erde unerschöpflich und kann hier logischerweise nicht abschließend
behandelt werden. Bei detaillierten Fragen kommen Sie doch einfach in unserem
Garten vorbei. Oder senden Sie uns eine Email und wir versuchen es mit einer
"Ferndiagnose". Jedenfalls gilt zum Thema Schädlinge: Ein gut
gepflegter Baum ist natürlich widerstandsfähiger und verdaut so manch kleine
"Attacke" ganz alleine, ohne chemische Keule. |