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Grundformen der Bonsai

 

Um eine erste Orientierung zu bekommen, kann man sich an bestimmte Grundformen halten, die seit vielen hundert Jahren, seit Anbeginn der Bonsai -Tradition in China  entwickelt und später dann in Japan verfeinert wurden. Letztlich aber entscheidet der Geschmack des Gestalters  wie sein Bonsai aussieht. Und über Geschmack kann bekanntlich gestritten werden kann. Deshalb sind die

 

Bonsais sind nicht nur Pflanzen, sondern lebendige, nie fertige, sich immer weiter entwickelnde Kunstwerke — das unterscheidet sie von anderen Kunstwerken.
 
Streng aufrechte Form (CHOKKAN)

 Die Majestät unter den Bäumen
An einem geraden, aufrechten, sehr kräftigen Stamm wachsen die Äste in Pyramidenform gleichmäßig nach allen Richtungen. Direkt nach vorn wachsende Aste sollten vermieden werden.

Frei aufrechte Form (MOYOGI)

 Der Lebenskünstler:
Der Stamm schwingt sich mehr oder minder stark nach oben. Der unterste Ast (Sashi -eda) ist stark ausgeprägt und zweigt nach etwa einem Drittel der Gesamthöhe ab. Der Krone befindet sich in etwa über dem Stammansatz.

 

Geneigter Stamm (SHAKAN)

 und ich stürze noch lange nicht!!
Diese Form symbolisiert zähen Überlebenswillen und kraftvolles Überwinden widriger Verhältnisse.

 

Halbkaskade (HAN-KENGAI)

Am steilen Felshang  zu Hause:
Vorbild dieser Form sind auf Felsvorsprüngen wachsende Bäume, die sich trotz ungünstigster Bodenverhältnisse am Leben erhalten.  Häufig zu finden an felsigen Küstenabschnitten und in Höhenlagen unserer Gebirge

Kaskaden- oder Hängeform (KENGAI)

Es genügt eine Felsspalte zum Überleben:
Diese Stilform wirkt durchaus abenteuerlich und stellt den Eindruck einer beinahe herabstürzenden, sich nur mit wenigen Wurzeln im Fels festklammernden Pflanze dar. Auch sie ist an der Küste und im Gebirge zu hause.

Besenform (HOKIDACHI)

 Vollendete Harmonie in milder Luft:
Von einem aufrechten Stamm gehen alle Äste strahlenförmig aus und bilden mit den Zweigen  eine Fächerform.

Windgepeitschte Form (FUKINAGASHI)

 Der Baum erscheint, als würde er von einem kräftigen Sturm in eine Richtung geweht. Zu finden in Gegenden mit einem starken Wind (Tramontana/Südfrankreich, Bora/Kroatien, Levante/Südspanien) der meist aus der selben Richtung weht.

Literatenform (BUNJINGI)

 Tanz der Geisha im Frühlingswind:
Diese Form wirkt sehr schlank und zart; die Äste und die Baumkrone wirken leicht  und nicht so füllig wie in den anderen Formen.

Felsenform (ISHITSUKI)

 Die Wurzeln des Baumes verlaufen deutlich sichtbar einen Felsen entlang nach unten in den Erdboden.

 

Floßform

 Die Stämme des Baumes entspringen aus den Resten eines umgestürzten Baumes

 

   
   

 

 

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Stand: 05.04.2008